Anfang Februar hat die Lingener CDU in der Presse (LT vom 03.02.2012 “CDU möchte Ruhe im Altenlingener Forst”) einen „Kompromiss“ zum Thema Altenlingener Forst verkündet. Danach sollen auf den ohne Bedarf gerodeten Flächen des Bebauungsplans (B-Plan) 20 Gewerbebetriebe angesiedelt werden. Die noch nicht gerodeten Flächen sollen aus dem B-Plan ausgegliedert und somit erhalten werden. Aus Sicht der BI erscheint dies zunächst als ein Schritt in die richtige Richtung.
Aber zwischen welchen Parteien wurde dieser „Kompromiss“ eigentlich erzielt? Nach fast 6 Wochen steht fest: die BI wurde jedenfalls nicht gefragt. Auch alle Oppositionsparteien im Lingener Stadtrat haben sich bereits öffentlich distanziert. Es kann sich danach nur um einen Kompromiss der CDU mit sich selbst handeln.
Es gehört wohl zum populistischen Teil des politischen Handwerks, dass die Lingener CDU ein Teil-Thema aufnimmt, dort Fortschritte proklamiert und gleichzeitig den Blick auf den Gesamt-Zusammenhang verstellt: Der Bebauungsplan 20 ist nämlich nur die eine Seite des Themas „Altenlingener Forst“.
Der Bebauungsplan 19, der einen überflüssigen Autobahnzubringer quer durch den Wald vorsieht, kommt in dem „Kompromiss“ nicht vor. Dabei ist es gerade das Zusammenwirken von flächiger Waldvernichtung (B-Plan 20) und dem großräumigen Durchschneiden mit einer Trasse (B-Plan 19), das den Zusammenhang des geschlossenen Waldgebietes auflöst. Weiter wird verdrängt, dass von den Planern der Stadt Lingen mehr als 50 Jahre ein Schutzwald als Puffer zwischen Raffinerie und Wohnbebauung als notwendig erachtet wurde. Was hat sich hier am generellen Gefährdungspotential geändert? Wie ist in diesem Zusammenhang die Explosion eines Tankschiffes vor knapp einem Jahr zu bewerten, für die bis heute noch kein Untersuchungsergebnis veröffentlicht wurde?
Man darf sich keine Illusionen machen: Der CDU-„Kompromiss“ bezieht sich auf Flächen, die ohnehin nicht für Gewerbe oder Industrie benötigt werden (genau so wenig wie die bereits gerodeten Flächen). Die angebliche Kompromisshaltung der Lingener CDU bedeutet im Klartext, dass sie an der Planung zur Auflösung des Altenlingener Forstes festhält. Wie die Lingener CDU so „Ruhe im Altenlingener Forst“ (wie die NOZ titelte) herstellen will, bleibt ihr Geheimnis.
Die Position und Forderung der BI ist unverändert:
- Annullierung der B-Pläne 19 und 20
- Wiederaufforstung der gerodeten Flächen im Bereich des B-Plans 20
- Änderung des Flächennutzungsplans
oder kurz gesagt: Erkennen, wie wichtig der Erhalt der letzten großen zusammenhängenden Waldflächen für das Wohlergehen der Stadt Lingen ist.
Siehe auch Bericht der Lingener Tagespost vom 27.03.2012
“BI: Altenlingener Forst muss wieder aufgeforstet werden”
und Beitrag vom 06.02.2012 auf dieser Internetseite hier:
“Fauler Kompromiss oder Schritt in die richtige Richtung?”
Geschrieben von: Bürgerinitiative
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